RIBERA, JOSÉ DE (1591-1652)

Ribera war ein Barockmaler. Er war der erste große Meister der spanischen Schule des 17. Jahrhunderts und einer der wichtigsten Vertreter seiner Epoche. Er wurde in Játiva geboren und in jungen Jahren bereits zog er nach Italien. Dort malte er eine erste Reihe der Los sentidos (Die Sinne), von denen zwei Bilder erhalten sind und Kopien von drei weiteren existieren.

Im Jahre 1616 verlegte er seinen Wohnsitz nach Neapel, wo er vom spanischen Vizekönig protegiert wurde, dem Herzog von Osuna, für den er verschiedene Gemälde malte, die in der Stiftskirche von Osuna erhalten sind - San Sebastián, El calvario (Der Kreuzweg). Ribera heiratete dann Catalina de Azzolino, die Tochter eines mittelmäßigen Malers. Er hatte seine Malerei mit einem von Caravaggio beeinflussten Tenebrismus begonnen. Im Gegensatz jedoch zu Caravaggio, der seinen Bildern Intensität mittels der starken Helldunkelkontraste und der Dynamik der Haltungen verleiht, dient der spanische Stil der Clair-obscurs dazu, dem Werk ein gewisses Mysterium einzuhauchen, ohne die Ruhe und die Ausgeglichenheit der Szenen einzubüßen. Aus dieser ersten Epoche stammen seine ganz außerordentlichen religiösen Prophetenbilder: San Jerónimo, San Sebastián curado por las santas mujeres (St. Sebastián, geheilt von den heiligen Frauen). Auch wichtig sind die Bilder mit mythologischem Hintergrund: Isleño borracho (Betrunkener Inselbewohner). Bei seinen Bildern von Propheten, Aposteln, Heiligen usw. besticht seine asketische Vision: San Pablo Ermitaño (Der Heilige Paulus als Einsiedler), San Roque, San Andrés, Santiago el Mayor (St. Jakob der Ältere). In seiner Reifezeit befreite er sich Stück für Stück vom anfänglichen Tenebrismus. Seine Farbenpalette wurde heller und leuchtender und die Töne harmonischer: Inmaculado Concepción (Unbefleckte Empfängnis). Dies war die Zeit seiner größten Produktion; seine Farbenpalette wurde immer reichhaltiger, inspiriert von der venezianischen Schule; so zu sehen auf Venus y Adonis (Venus und Adonis), Apolo y Marsias (Apollon und Marsyas) und die Bilder für die Kartause von San Martino. Ribera entfernte sich von den für den italienischen Barock typischen komplizierten Kompositionen, und zog es vor, seinen Figuren emotionale Intensität zu verleihen. Aus dem Jahre 1646 stammt eines seiner wichtigsten Altarbilder: El milagro de San Jenaro (Das Wunder des Heiligen Jenaro).

Ribera liebte auch das Anekdotenhafte und Volkstümliche: so vertreten in der Serie Los filósofos (Die Philosophen) mit Darstellungen von Bettlern und volksnahen Typen: La muchacha de la pandereta (Das Mädchen mit Tamburin), El alegre bebedor (Der fröhliche Trinker), El bebedor de moscatel (Der Muskatellertrinker) oder von extravaganten Wesen wie La mujer barbuda (Die bärtige Frau). Die letzten Werke des Malers deuten von einer großen Beherrschung sowohl der Komposition als auch der Farben: Adoración de los pastores (Anbetung der Hirten), San Jerónimo penitente (Büßender Hl. Hieronymus).

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